SAMM
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Manuelle Medizin International


Manuelle Medizin International

1958 wurde die Internationale Gesellschaft für Manuelle Medizin (Fédération Internationale de la Médecine Manuelle FIMM) gegründet. Der 1. internationale Kongress fand am 1. Mai 1958 in Baden (Schweiz) statt. Eine der Hauptaufgaben der FIMM ist die Pflege der internationalen Kontakte, die Übereinstimmung und Koordination der wissenschaftlichen Aktivitäten sowie der Weiterbildungsprogramme.

Gerade in den Anfängen der Manuellen Medizin war unter den Ärzten die Tendenz festzustellen, die einzelnen manualmedizinischen Schulen gegeneinander auszuspielen und die nicht überprüfbaren Elemente mit hauseigener Terminologie auszuschmücken. Bald aber wurde erkannt, dass sich die Manuelle Medizin auf die Dauer nicht dem Prinzip der Wissenschaftlichkeit entziehen kann. In diesem Zusammenhang unterstützte der Neurologe Prof. Dr. med. M. Mummenthaler die Manuelle Medizin wie folgt: „....wenn sie auf fassbare Grundlagen baue, welche die festgestellten Phänomene verständlich machen, also begreifbar und somit auch lernbar werde....“ (1982).

Im Auftrag der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin und unter der Schirmherrschaft der FIMM hat im Anschluss an den 7. internationalen Kongress der FIMM 1983 in Zürich eine internationale Seminar-Arbeitswoche stattgefunden. 30 manualmedizinische Experten und Exponenten aus 12 Ländern haben in einer intensiven Gruppenarbeit die Übereinstimmung der Terminologie, die Bewertung der manualmedizinischen Befunde sowie die Therapiemodalitäten diskutiert, dies im Hinblick auf eine prospektive Übereinstimmung der Nomenklatur (Dvorak et al., 1984). 

1987 wurde im Kreise von eingeladenen Experten die Sonderstellung der Kopfgelenke bearbeitet (H.D. Wolff, Springer Verlag, 1988). 1990 setzte die dänische Gesellschaft die internationalen Gespräche mit dem Thema „Komplikationen der manuellen Therapie der Halswirbelsäule“ fort (Fossgreen, Dvorak, 1990).

Seit 37 Jahren erscheint, zur Zeit unter der Leitung von Prof. Dr. med. T. Graf-Baumann (Deutschland), die Fachzeitschrift „Manuelle Medizin“ im Springer Verlag mit über 15'000 Abonnenten (6 mal jährlich). Sie dient als wissenschaftliche Plattform wie auch als Informationsblatt der deutschsprachigen nationalen Gesellschaften für Manuelle Medizin.

Die Bertelsmann Stiftung trug zur internationalen Koordination auf dem Gebiet der Manuellen Medizin insofern bei, als sie Exponenten der Manuellen Medizin aus deutschsprachigen Ländern zu Gesprächen einlud. In diesen Gesprächen wurden die Nomenklatur, die diagnostischen Verfahren und Behandlungskonzepte der Manuellen Medizin vereinheitlicht. Das Resultat dieser Gespräche wurde als Taschenbuch im Springer Verlag unter dem Titel „Grundbegriffe der Manuellen Medizin“ veröffentlicht.

Auf der Grundlage der „Grundbegriffe“ hat die FIMM 1996 eine Kommission unter der Leitung von Dr. B. Terrier eingesetzt, die die manuelle Konsensnomenklatur vom Deutschen ins Französische und ins Englische übersetzte. Es entstand ein dreisprachiges Glossar über die manualmedizinische Terminologie. Da die Terminologie in den verschiedenen manualmedizinischen Schulen unterschiedlich angewandt wird, ergeben sich in den drei Sprachen für viele Begriffe immer noch verschiedene Interpretationen. Die Arbeit wird mit neuen Auflagen des Glossars fortgesetzt mit dem Ziel einer schrittweisen Vereinheitlichung.

Die Vertreter der SAMM sind in den Kommissionen der FIMM sehr aktiv. Dr. B. Terrier war Mitglied der politischen Kommission, die die Strategien der FIMM für ihre zukünftigen Herausforderungen vorbereitet. Es geht hier vor allem um die Integration der FIMM in die Organisationen der kontinentalen Gesundheitsstrukturen (z.Bsp. im Rahmen der EU bzw. Nordamerika oder Australien), oder um die Positionierung der FIMM gegenüber anderen Berufsgruppen, die international repräsentiert sind (Physiotherapeuten, Osteopathen, Chiropraktoren). Seit 2003 ist Dr. Terrier Präsident der FIMM.

Dr. M. Gauchat hat Einsitz in der Ausbildungskommission der FIMM. Diese Kommission setzt sich aus namhaften manualmedizinischen Lehrern aus 10 verschiedenen Länder zusammen. Aufgabe dieser Kommission ist die Erstellung eines Ausbildungsprogrammes, welches den Mitgliedern der FIMM als Modell empfohlen werden kann. Eine erste Fassung wurde durch die Generalversammlung der FIMM 1999 bereits verabschiedet.

Diese Arbeit unterstützt die Bemühungen, eine Angleichung der Ausbildungsstandards in den verschiedenen Ländern zu erreichen und fördert damit indirekt die Forschungsbemühungen in Manueller Medizin auf internationaler Stufe. In der wissenschaftlichen Kommission der FIMM ist die SAMM durch Dr. P. Cohen vertreten. Die Kommission steht unter der Leitung des holländischen manualmedizinischen Forschers Dr. J. Patijn.

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