

In den vergangenen 50 Jahren ist die Manuelle Medizin bei der Ärzteschaft auf grosses Echo gestossen. Mehrere Tausend Ärzte im deutschen Sprachraum haben sich in diesem "neuen" schulmedizinischen Fach ausgebildet (Sturm, Largiadèr, Wicki, 1990/2000). Die Herausgeber der bewährten Reihe der „Checklisten der aktuellen Medizin“ haben schon vor einiger Zeit die Manuelle Medizin in ihre Reihe aufgenommen und dadurch dokumentiert, dass diese einen festen Platz in der Schulmedizin eingenommen hat.
Anfänge der Manuellen Medizin
Das Fach hat den Beweis der Wissenschaftlichkeit erbracht. In den Anfängen der Entwicklung der Manuellen Medizin stützte man sich unter den Ärzten weitgehend auf die Erfahrungen der amerikanischen Osteopathen und Chiropraktoren. Um die Jahrhundertwende haben sich die Osteopathen dort von den Ärzten getrennt und in gesonderten Ausbildungsgängen die manuelle Behandlung der Wirbelsäule und der Gelenke in ihr therapeutisches Konzept eingebaut. Die inzwischen wieder in jeglicher Hinsicht den Ärzten gleichgestellten Osteopathen (Doctors of Osteopathy) werden an den 18 staatlich anerkannten medizinischen Schulen der Vereinigten Staaten ausgebildet. Die Manuelle Medizin ist als wesentlicher Bestandteil im Ausbildungsprogramm voll integriert.
Die Rolle der amerikanischen Chiropraktoren
Die amerikanischen Chiropraktoren haben sich zu Beginn aus Laienheilern konstituiert. Das Schwergewicht ihrer Behandlungen bildete die Handgriffstechnik an der Wirbelsäule. Die Chiropraktoren stiessen in den 20-er Jahren auf massiven Widerstand der Mediziner. 1921 wurden 600 amerikanische Chiropraktoren wegen ihrer Tätigkeit entweder zu Gefängnisstrafen oder zu Bussen verurteilt. Dennoch setzten sich ihre therapeutischen Resultate durch. Heute sind die Chiropraktoren (Doctors of Chiropractic) als anerkannte medizinische Berufsgattung mit eingeschränkten Möglichkeiten erfolgreich tätig. In den Vereinigten Staaten werden schätzungsweise jährlich 130 Mio. chiropraktische Behandlungen durchgeführt.
Gründung der SAMM
1959 wurde die Schweizerische Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin (SAMM) gegründet. Von Anfang an wurde aus standespolitischen Überlegungen auf die interdisziplinäre Vertretung aller Fachspezialitäten geachtet. Inzwischen zählt die SAMM über 1300 Mitglieder. Die Schweizerische Ärztegesellschaft für Manuelle Medizin SAMM hat von Beginn an Wert darauf gelegt, dass vorwiegend jene Kollegen und Kolleginnen zur Weiterbildung aufgenommen werden, die ihre FMH-Weiterbildung bereits abgeschlossen haben oder kurz vor deren Abschluss stehen. Damit wollte man langfristig erreichen, dass die Manuelle Medizin von gut ausgebildeten Ärzten erlernt und somit auch kritisch angewendet wird.
Mitgliederstruktur
Der grösste Teil der Mitglieder der SAMM sind Fachärzte für Allgemeine Medizin FMH, gefolgt von Fachärzten für Innere Medizin FMH, für Physikalische Medizin und Rehabilitation bzw. Rheumatologie FMH. Seit 1974 sind Kenntnisse in der Manuellen Medizin zur Erlangung des FMH-Titels für orthopädische Chirurgie und seit einiger Zeit für den FMH-Titel für Physikalische Medizin erforderlich. Seit 1985, als sämtliche SUVA-Kreis- und Unfallärzte einen gesonderten Kurs für Manuelle Medizin im Inselspital Bern absolvierten, besuchen die neu aufgenommenen Ärzte der SUVA regelmässig die Basiskurse der SAMM.
Hinweis: Die vollständige Geschichte der SAMM wurde anlässlich des 50. Jubiläums in einer Jubiläumsschrift zusammengefasst. Die Jubiläumsschrift wurde von Dr. med. Bernard Terrier, Baden verfasst. Sie können die Jubiläumsschrift entweder beim Sekretariat bestellen oder hier als PDF herunterladen.
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PDF-File Jubiläumsschrift (93.2 kb) |